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Der BDS Deggendorf unternimmt vielfältige Aktivitäten.
Wenn Sie einmal nicht selbst dabei sein können, vermittelt Ihnen dieses Archiv einen Eindruck von unseren Veranstaltungen.
Wenn Sie Beiträge mit Bildern lesen, können Sie die Fotos auch anklicken. So bekommen Sie die volle Größe.
Viel Spaß beim Lesen!
Wenn Sie künftig auch eingeladen werden möchten, können Sie natürlich Mitglied bei uns werden.
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2019

27.03.2019 Vortrag: „Die neue Rechtslage der Arbeitnehmerüberlassung - insbesondere deren Auswirkungen auf Unternehmen“

Die neue Rechtslage der Arbeitnehmerüberlassung - insbesondere deren Auswirkungen auf Unternehmen

Seit der Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) im Jahre 2017 gelten strengere Regeln, die Unternehmen den Einsatz von Werkverträgen erschweren. Gerade deswegen suchen immer mehr Unternehmen nach alternativen Wegen, um ihren kurzfristigen Personalbedarf zu decken. Einer dieser Wege ist die Arbeitnehmerüberlassung, d.h. der Einsatz von Leiharbeitnehmer – auch Zeitarbeiter genannt. Die Arbeitnehmerüberlassung bietet für das entleihende Unternehmen gegenüber einem Arbeitsvertrag mit Mitarbeitern einige Vorteile. Diese liegen in der Flexibilität (z. B. schnellere Reaktionsmöglichkeit auf einen Arbeitsanstieg) oder in der Kostenersparnis (z. B. keine Kosten für Urlaub oder Krankheit). Ferner reduziert sich für den Entleiher der bürokratische Aufwand, da ein Auswahlverfahren der Bewerber entfällt. Aber die Reform des AÜG brachte auch für die Arbeitnehmerüberlassung selbst zahlreiche Veränderungen. Um der für die Unternehmen bedeutsamen neuen Rechtslage auf den Grund zu gehen, hatten wir zur Veranstaltung in die Technische Hochschule Deggendorf eingeladen.

Zu diesem Thema konnten wir als Referenten den Experten Herrn Rechtsanwalt Dr. Stefan Richtsfeld gewinnen. Außerdem freuten wir uns, dass der Bundestagsabgeordnete, Herr Thomas Erndl, und der Vizepräsident der Technischen Hochschule, Herr Prof. Dr. Horst Kunhardt, sich die Zeit nahmen, ein Grußwort an die ca. 120 anwesenden Personen zu richten.

Herr Dr. Richtsfeld ging zunächst auf die Grundsätze der Arbeitnehmerüberlassung ein und stellte danach die wesentlichen Auswirkungen der neuen, seit 1.4.2017 geltenden Rechtslage des AÜG dar. Anschließend ging er auf jene Gesichtspunkte ein, auf die Unternehmen bei der Einstellung von Leiharbeitskräften besonders achten müssen. Der Referent machte deutlich, dass alle gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen sind. Dies gilt besonders für die neuen Regelungen durch die AÜG-Reform. Ob diese Vorgaben eingehalten werden, kontrollieren Prüfteams der Bundesagentur für Arbeit. Verstöße können mit empfindlichen Bußgeldern sanktioniert werden. Wichtige Punkte im Zusammenhang mit der Arbeitnehmerüberlassung waren nach den Ausführungen von Herrn Dr. Richtsfeld zum Beispiel die gesetzeskonforme Ausgestaltung des
Arbeitnehmerüberlassungsvertrages. Ferner darf der Verleiher gem. dem neuen § 1 Abs. 1b AÜG den Leiharbeiter nicht länger als 18 aufeinanderfolgende Monate dem Entleiher überlassen. Auch Kettenverträge sind verboten, d.h. vorherige Überlassungszeiten an denselben Entleiher sind vollständig anzurechnen, wenn zwischen den Einsätzen jeweils nicht mehr als drei Monate liegen. Darüber hinaus ist einem Leiharbeitnehmer i.d.R. nach 9 Monaten das gleiche Arbeitsentgelt zu zahlen wie einem Stammarbeitnehmer des Entleihers, und Leiharbeitskräfte dürfen beim Entleiher nicht als Streikbrecher eingesetzt werden.

Am Ende des hochinteressanten Vortrages von Herrn Dr. Richtsfeld erkannten viele Teilnehmer, dass die Arbeitnehmerüberlassung einerseits für Unternehmen beachtliche Vorteile bieten kann, andererseits aber die konkrete Umsetzung der oft schwammigen Rechtsvorschriften zahlreiche Fallstricke bereithält.

 

 

 

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